Baumdiagnose Pappel: Ein Praxisbeispiel
Baumdiagnose Pappel: Ein Praxisbeispiel
Aufgrund von Schadsymptomen wurden mehrere Säulen-Pappeln (Populus nigra ‚Italica‘) in einem ostschweizer Park eingehend untersucht. Das folgende Exemplar wies einen offenen Stammfuss auf, der Holzkörper augenscheinlich weitestgehend zersetzt. Um die Bruchsicherheit des Baumes genauer einschätzen zu können, wurden mehrere Bohrwiderstandsmessungen vorgenommen. Dabei wird eine feine Bohrnadel in den Holzkörper getrieben, welche den Widerstand des Holzes misst, womit dessen Festigkeit eingeschätzt werden kann. Bei fachgerechter Anwendung dieser Methode wird dem Baum kein unvertretbarer Schaden zugefügt (Roloff 2023, S. 232).

Ergebnisse
Der Zugversuch wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Arborica durchgeführt, welche die Messergebnisse ausgewertet hat. Massgeblich ist dabei ein Sicherheitsfaktor von 150 %, wobei 100 % der Krafteinwirkung bei Orkanstärke entspricht.
Die Messungen ergaben Restwandstärken von rund zwei bis acht Zentimeter (siehe Messdaten). Bei einem Baum mit diesen Ausmassen ist jedoch eine minimale Wandstärke von ungefähr 10 bis 15 cm erforderlich. Unter Berücksichtigung weiterer Faktoren, empfahl die Baumart AG daher die Fällung des Baumes.
Das Foto nach der Fällung zeigt einen sehr regelmässigen und intensiven Holzabbau. Nur die neusten Jahrringe sind intakt, was auch die gute Vitalität des Baumes erklärt. Angesichts des windexponierten und viel begangenen Standortes war die Fällung folglich die richtige Massnahme, um die Sicherheit im Park zu gewährleisten.
Quellen:
Roloff A. (2013): Baumpflege. Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer. ISBN 978–3‑8186–2041‑7









